Unser Bild vom Kind

„Das Kind ist Baumeister seiner selbst.“ (Maria Montessori)

Wir sehen das Kind als aktiv handelndes Wesen, das mit einer angeborenen Lernbereitschaft auf die Welt kommt und individuelle Wesensmerkmale trägt, die es einzigartig und besonders sein lassen. Für uns gilt es, die verborgenen Kräfte und Fähigkeiten des Kindes zu wecken, zu fördern, zu beobachten und weiterzuentwickeln. Uns ist wichtig, dass sich jedes Kind in seinem eigenen Tempo entwickeln darf, denn wir unterstützen die These:

„Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.“
(indianisches Sprichwort)


Pädagogische Zielsetzung

Unser Ziel ist es, die Kinder in ihrer Persönlichkeit zu stärken, ihre sozialen Kompetenzen zu fördern und ihre geistige und körperliche Entwicklung zu unterstützen. Wir geben den Kindern Raum und Zeit, damit sie ihre Persönlichkeit entfalten können.

Unsere pädagogische Arbeit orientiert sich an den Lernbereichen des Nds. Bildungsplanes für Kindertageseinrichtungen. Im Kindergartenalltag kann man diese Bereiche nicht voneinander trennen, sie gehen fließend ineinander über.

1. Emotionale Entwicklung und soziales Lernen
2. Entwicklung kognitiver Fähigkeiten und der Freude am Lernen
3. Körper – Bewegung - Gesundheit
4. Sprache und Sprechen
5. Lebenspraktische Kompetenzen
6. Mathematisches Grundverständnis
7. Ästhetische Bildung
8. Natur und Lebenswelt
9. Ethische und religiöse Fragen


Mehr zu unserem Leitbild und den Schwerpunkten unserer pädagogischen Arbeit finden Sie unter Konzeption.


Unsere Räumlichkeiten und unser pädagogisches Konzept

Bis Ende 2018 haben wir Kansteinzwerge nach dem „offenen Raumkonzept“ gearbeitet. Anfang des Jahres 2019 starteten wir ein einmonatiges Pilotprojekt und blieben den Alltag über für uns in unseren Stammgruppen und „schlossen“ die Türen. Nach Ablauf dieser Projektzeit wurden Pro und Contras von diesem Arbeitsansatz ausgetauscht und eruiert. Das Kollegium stellte fest, dass das Arbeiten nach diesem Konzept durchweg positive Auswirkungen auf allen Ebenen hat. Alle Beteiligten profitierten davon.

In den Gruppen wurde es ruhiger, da sich Kinder ausdauernder, intensiver und wertschätzender mit den Spielmaterialien auseinandersetzen. Außerdem entwickelte sich ein intensiveres Miteinander. Die Gruppe lernt sich näher kennen und wächst somit mehr zusammen.

Dadurch, dass die Kinder in ihren Stammgruppen bleiben und dort jegliche Angebote und Bildungsprozesse stattfinden und geschaffen werden, haben die pädagogischen Fachkräfte einen intensiveren und ganzheitlicheren Blick auf die jeweilige Entwicklung der Kinder. Dementsprechend können die Fachkräfte alles genauer beurteilen und somit genau am Entwicklungsstandpunkt des Kindes anknüpfen. Im Sinne von: Stärken stärken, Schwächen schwächen.

Infolgedessen änderten wir unser Konzept. Schauten dabei jedoch bedürfnisorientiert. Was braucht unsere Kita? Was brauchen die Kinder? Was brauchen die pädagogischen Mitarbeiter? Wie können wir das Konzept an uns anpassen? Wir haben dieses Konzept auf unsere Bedürfnisse zugeschnitten. So dürfen z.B. jeweils zwei Kinder einer Gruppe nach dem Frühstück, eine andere Gruppe besuchen und dort den Tag und den Abschlusskreis verbringen. Außerdem können drei der älteren Kinder auf dem Außengelände spielen, stets sichtbar für die pädagogischen Fachkräfte.

Seit 2019 werden die Kinder der Grashüpfergruppe in einer, sich auf dem Außengelände befindenden, mobilen Raumlösung betreut. Dies ist eine Übergangslösung für zwei Jahre. Der geplante Anbau befindet sich bereits in den Startlöchern und wird dann dem Hauptgebäude angrenzen. In der Grashüpfergruppe werden 25 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren von drei Erzieherinnen betreut.

Im Hauptgebäude befinden sich die altersübergreifende Spatzen- und Mäusegruppe. Sowie die Schneckengruppe, unsere Krippe. In der Spatzen- und Mäusegruppe werden bis zu 25 Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren von 2 – 3 Erzieher/Innen betreut. Die Räume bieten vielfältige Möglichkeiten sich auszuprobieren und Erfahrungen in verschiedenen Lernbereichen zu vertiefen. Vor unserem Pilotprojekt gab es Funktionsräume. Nun gibt es Funktionsecken innerhalb der Gruppenräume. Die Gestaltung des Raumes stimmen wir dabei auf die Bedürfnisse und den Entwicklungsstand der Kinder ab. Kleine Funktionsecken strukturieren den Raum und bieten den Kindern Rückzugsmöglichkeiten.

Das Freispiel hat bei uns einen sehr hohen Stellenwert, denn wir sehen es als natürlichste Lernform für Kinder im Elementarbereich an. Es ist eine zweckfreie und selbst gewollte Betätigung, die Freude, Spaß und Befriedigung gibt. Für ein Kind ist Spielen eine ernsthafte Tätigkeit. Im freien Spiel bestimmen Kinder Spielort, Spielpartner, Spielmaterial, Inhalte und Dauer. Kinder lernen ein Spiel gemeinsam zu organisieren, Kompromisse zu schließen und in Konfliktsituationen Lösungen zu finden. Somit ist das Spiel ein wichtiges Kommunikationsmittel.

Im Freispiel, aber auch unter individueller Anleitung bieten wir den Kansteinzwergen in unserem Kindergarten die Möglichkeit, unterschiedliche Materialien zu erproben (wie z.B. Naturmaterialien, Papierrollen, Tonkarton, Wolle, Korken, verschiedene Sorten Klebstoff, Rasierschaum, Knete etc.). Die Kinder haben die Möglichkeit zu experimentieren, zu basteln und individuelle Vorstellungen kreativ umzusetzen.

Die Kinder können sich mit Brett- und Legespielen beschäftigen oder puzzeln. Spielerisch werden so das logische Denken, das Mengenverständnis, der Wortschatz, die Feinmotorik sowie soziale Kompetenzen (wie z.B. das Einhalten von Regeln, abwarten und verlieren können) gefördert. In jedem Raum befindet sich eine gemütliche Leseecke, welche die Möglichkeit bietet Bücher zu betrachten. Oder die Erzieherin kann in ruhiger Atmosphäre etwas vorlesen. Im Rollenspielbereich, sei er z.B. durch eine Spielküche dargestellt oder durch Verkleidungssachen, können die Kinder in andere Rollen schlüpfen. Phantasiewelten, aber auch den Alltag nachspielen und sich im Spiel mit der Welt der Erwachsenen auseinandersetzen. Dabei lernen sie Aufgaben kennen, Handlungsabläufe werden eingeübt und „Verantwortung“ wird übernommen.

Im Rollenspiel werden die sozialen Kompetenzen gefördert, denn Kinder müssen im Spiel untereinander Absprachen treffen, sich in die Gruppe integrieren, Rücksicht nehmen, aber auch Wünsche und Ideen äußern und sich durchsetzen. Wir halten für das Rollenspiel die verschiedensten Utensilien wie Kostüme, Hüte, Helme, Tücher, Taschen, „Handwerkszeug“, Puppenküche, Tiere und Autos bereit. Auch für das Bauen und Konstruieren bieten wir den Kindern verschiedenste Materialien an. So können die Kinder beim Bauen mit Bausteinen, Kartons oder Magnetspielzeug Höhen erleben und Bautechniken entdecken und erweitern. Auf diese Weise entwickeln sie spielerisch mathematische Vorläuferfähigkeiten, ein räumliches Denken und erkennen und erleben statische Gesetzmäßigkeiten.

Wir greifen die Interessen der Kinder auf, orientieren uns an den Bedürfnissen der verschiedenen Altersstufen und passen unser Angebot im Raum situationsorientiert an. Im kreativen Bereich des Raumes, beispielsweise dem Maltisch oder der Staffelei zum Tuschen, wird der Umgang mit den Materialien erweitert. Den Kindern werden Sinneserfahrungen geschaffen, ihre Fähigkeiten in der Feinmotorik werden gefestigt, sie lernen spielerisch etwas über Farben und Formen und werden zum konzentrierten Arbeiten angeregt. Die Kinder helfen sich gegenseitig und planen häufig auch gemeinsam, wie eine Idee verwirklicht werden kann. Bei uns bekommen die Kinder viel Freiraum für die Entwicklung ihrer Ideen. Nicht die Ergebnisse sind uns wichtig, sondern die Aktion an sich. Denn der Weg ist das Ziel. Die Freude am Schaffen steht für uns im Vordergrund.

In unserer Krippengruppe im Erdgeschoss, dem „Nest der Einrichtung“, bereiten wir die Jüngsten individuell und behutsam auf die „große Kindergartenwelt“ vor. Hier werden bis zu 15 Kinder im Alter von ein bis drei Jahren von drei Erzieherinnen betreut. Wir bieten den Kindern eine liebevolle Atmosphäre und eine herausfordernde Umgebung, in der sie ihre eigenen Stärken kennen lernen, Körpererfahrungen sammeln und so ein positives Selbstbild entwickeln können.

In unserem Alltag gibt es viele wiederkehrende Rituale, die den Kindern Sicherheit und ein Zugehörigkeitsgefühl vermitteln. Hierzu zählen auch regelmäßige Kontakte zu den Kindergartenkindern und deren Erzieherinnen. Schon die Jüngsten haben Spaß am Malen mit Fingerfarben, beim Kneten, beim Experimentieren mit Creme, bei Spiel und Bewegung im Freien oder im Bewegungsraum sowie beim Singen und Musizieren. Unsere individuell gestaltete Spiel- und Schlaflandschaft auf zwei Ebenen ermöglicht den Kindern erste Raumerfahrungen mit Höhe und Tiefe sowie vielfältige Sinneserlebnisse. Wir geben den Kindern Zeit und Raum, um Neues zu entdecken und auszuprobieren, greifen ihre Erlebnisse und Interessen auf, geben Impulse und bieten ihnen passende Spielmaterialien.

Pflege ist ein wichtiger Bestandteil unserer pädagogischen Arbeit, trägt zum allgemeinen Wohlbefinden der Kinder bei und fördert das vertrauensvolle Miteinander der Erzieherinnen zu jedem einzelnen Kind.

Im Untergeschoss befindet sich unser neu entstandener und gestalteter „Fuchsbau“. Der vorherige Gruppenraum der Grashüpfer, dient uns nun als Spielmöglichkeit für die angrenzende Schneckengruppe. Durch eine geschickte Raumtrennung bietet er aber außerdem die Möglichkeit, dass die „Füchse“, unsere Schulanfängergruppe, hier ihre Schulangebote und Projekte in Ruhe bearbeiten und umsetzen können.


Die Eingewöhnungsphase bei den Kansteinzwergen – eine wichtige und emotionale Zeit

„Sind die Kinder klein, müssen wir ihnen helfen, Wurzeln zu fassen. Sind sie aber groß geworden, müssen wir ihnen Flügel schenken.“

- aus Indien -


9 Monate darf man einen Schatz mit sich tragen, ihn schon dort mit Liebe überhäufen, bis man das Wunder in den Armen hält. Es beginnt ein Wechselbad der Gefühle. Liebe, Aufopferung, Stärke, Mut und große Angst. Gewiss noch viele andere Gefühle, welche immer bleiben werden. Erste Meilensteine schafft das Kind aus eigener Kraft und löst ein Feuerwerk der Freude und des Stolzes aus. Jedoch kommt der Moment, in dem das Kind das erste Mal „die Flügel“ benutzt und seine eigenen Schritte in das Leben startet.

Wir als Fachkräfte dürfen von nun an, für ein paar Stunden am Tag, das Kind auf seinem Weg begleiten und ihm einen sicheren und nötigen Rahmen dafür schaffen. Als Pädagogische Einrichtung wissen wir, dass dieser Schritt für alle Beteiligten sehr bedeutend ist und dass jeder eine ganz bestimmte und enorm wichtige Rolle dabei einnimmt. Das Kind hat natürlich die erste Priorität. Es tut das, was es im Sinne hat. Mama oder Papa sind dabei immer der Fels in der Brandung, der sichere Hafen und sind an Ort und Stelle wenn etwas ist. So wie es jahrelang war und auch bleiben wird. Wir holen das Kind buchstäblich dort ab, wo es steht und wir unterstützen es in seinem Vorhaben.

Das Kind entscheidet: Wie weit entferne ich mich? Wie lange entferne ich mich von meinem „Fels“? Wohin gehe ich? Wir knüpfen genau dort an und bestärken das Kind, mit einem guten Gesicht, einer angenehmen Stimme und Worten, sowie einer einladenden und sicheren Atmosphäre. Der Fels, stark wie er ist, bleibt an Ort und Stelle. Er gewährt dem Kind die Einladung zum „Sich-Entfalten-Können“ von uns anzunehmen.

Eine große weitere Hürde folgt. Die ersten, immer länger werdenden Momente der Trennung, welche deutlich geäußert werden. Ein schöner Leitsatz dafür ist „Kuss und Schluss“, denn ein Hinauszögern ist für Eltern und Kind nicht erleichternder. Unsere Aufgabe ist es, das Kind bei diesem Gefühl abzuholen. Es stärken, trösten und aufbauen und ihm den Rahmen schaffen, welchen das Kind braucht.

Nach Beendigung dieser Trennung, erfährt das Kind pure Sicherheit. Mama oder Papa kommen wieder. „Ich kann mich auf sie verlassen.“ Und in der Zwischenzeit, geben eben wir diese wichtige Sicherheit und Verlässlichkeit. Durch gleichbleibende Bezugspersonen, Strukturen, Rituale, einer angenehmen Atmosphäre und vielem mehr. Es ist ein intimer Moment. Gefüllt mit Angst und Traurigkeit. Aber auch mit Freude, Stolz und purer Liebe. Diese emotionalen Momente durchzustehen ist hart, für alle Personen. Und es ist ein Prozess, den man nur als Team schafft – das Kind, die Eltern und wir, als pädagogische Fachkraft.

Schlussendlich kann man sagen, dass die Wurzeln nie gänzlich abreißen. Sie bleiben fest verankert. Sie werden länger, elastischer und stärker – sie sind immer da.


Liebe Eltern!

Unser tägliches Bemühen um das Wohl Ihrer Kinder und der gesamten Gruppe sowie herausfordernde Momente und unvorhergesehene Ereignisse erfordern von uns als pädagogische Fachkräfte ein hohes Maß an Professionalität und Präsenz. Die Marte Meo-Methode bereichert uns mit praktischen, leicht umsetzbaren Elementen und ist unser „Handwerkszeug“, um den täglichen Herausforderungen des Kita-Alltags zuversichtlich zu begegnen. Was Marte Meo bedeutet und wie die Methode „funktioniert“, erklären wir Ihnen im Nachfolgenden ein wenig ausführlicher.


Marte Meo – „Eine Einladung zur Entwicklung“

Marte Meo heißt aus dem lateinischen übersetzt „aus eigener Kraft“ und wurde Ende der 70er Jahre von der Niederländerin Maria Aarts entwickelt. Dies ist ursprünglich eine Methode für die Erziehungsberatung und verwendet Filmaufnahmen, um die Beziehungen zwischen Erwachsenen und Kindern weiter zu entwickeln.

Unser Träger Kansteinzwerge e.V. legt großen Wert darauf, dass das gesamte Team in dieser Methode ausgebildet wird. Ein Teil hat bereits erfolgreich die Ausbildung zum Marte Meo - Praktiker und vereinzelt auch zum Marte Meo - Therapeuten abgeschlossen. Somit ist diese Methode ein fester Bestandteil unserer pädagogischen Arbeit geworden. Bei dieser Methode werden Alltagssituationen mit einer Videokamera gefilmt. Dazu gehören in unserer Kita zum Beispiel freie Spielsituationen in der Gruppe oder Interaktionen zwischen einem Eltern/Erzieher und Kind. Der Fokus liegt dabei bei den Initiativen der Kinder. Diese sollen von dem Erwachsenen erkannt und begleitet werden. Dabei ist es wichtig, dass der Erwachsene seine Initiativen abstimmt und zurückhält. Der Blick wird auf das sensibilisiert, was das Kind zu diesem Zeitpunkt bereits entwickelt hat und individuelle Fähigkeiten werden hervorgehoben.

Durch unsere Marte Meo - Therapeuten folgt das sogenannte Review (Videosequenzen) mit der Interaktionsanalyse. Dabei erhalten pädagogische Fachkräfte sowie Eltern konkrete Informationen über die Möglichkeiten, den Entwicklungsprozess der Kinder zu unterstützen, sodass sie schrittweise die Erziehungsaufgaben aus eigener Kraft lösen lernen. Wenn man etwas aus eigener Kraft erreicht, ist die Energie darauf gerichtet das Erreichte zu wiederholen und zu festigen. Gemeinsam wird erarbeitet welche Unterstützung das Kind als nächstes in seiner Entwicklung braucht.

Unsere Marte Meo Praktiker nutzen die Videos zur Beobachtung und Selbstreflexion. Die gefilmten Situationen können wir aus einem anderen Blickwinkel erleben und beispielsweise genau beobachten, wie die Kinder auf unsere Äußerungen oder Handlungen reagieren. Wir haben Raum und Zeit mit Kolleginnen über die Entwicklung der Kinder zu sprechen. Die Methode ist außerdem innerhalb der gesamten Elternarbeit hilfreich, im alltäglichen Geschehen mit den Kindern, bei den Eingewöhnungen, verschiedenen Beobachtungen und dem Gruppenklima. Marte Meo macht deutlich, dass Bindung die Grundlage einer jeden sozial- emotionalen Entwicklung ist. Bindung macht Entwicklung.

Im alltäglichen Miteinander ist die Methode einfach und problemlos umsetzbar. Das Werkzeug, welches man zur Durchführung benötigt, wie das „gute Gesicht“, der „gute Ton“ und eine ressourcenorientierte positive Grundhaltung, hat man immer bei sich. Man braucht keinen „Werkzeugkoffer“. Marte Meo ist also eine Haltung und von der Natur abgeschaut. Seitdem unsere Einrichtung das Marte Meo – Prinzip lebt, haben wir uns viele verschiedene Handlungen angeeignet. Durch die positive Grundhaltung und der damit verbundenen Aufmerksamkeit (Blickkontakt) für die Kinder, stärken wir die Bindung zwischen dem Kind und uns als pädagogische Fachkräfte.

Wir sind vorhersehbarer, da wir unser Handeln benennen und schaffen einen sicheren Rahmen durch einen klaren Anfang und ein klares Ende. Das Benennen ist ein zentrales Element der Methode und unterstützt die Identitätsentwicklung der Kinder. Wenn wir beispielsweise ihre Handlungen benennen, fühlen sie sich begleitet, gesehen und verstanden in ihren Aktionen. Die Kinder werden ganz konkret in der Sprachentwicklung gestärkt. Zudem geben wir ihnen mehr Raum und Zeit zur Selbstwahrnehmung, indem wir abwarten.

Während wir das Spiel der Kinder begleiten und diese verbinden, schärfen wir ihre Wahrnehmung und sensibilisieren sie für die Emotionen ihres Gegenübers. Wir machen sie also sozial aufmerksam füreinander. Um ihnen auch Worte für ihre Gefühle zu geben, benennen wir unsere und die Gefühle der Kinder glaubhaft. Wir geben ihnen Zeit die Emotionen zu zeigen und auch die Möglichkeit, die Gefühle mit anderen zu teilen. Dadurch werden die Emotionen anderer registriert, verstanden und die eigenen Gefühle reguliert. Kinder bekommen Worte für Ihre Emotionen. Somit erlernen sie die Fähigkeit zum sozialen und emotionalen Austausch.

Außerdem leiten wir klarer an und benennen Arbeitsaufträge kleinschrittig. Je nach Alters- und Entwicklungsstand der Kinder wechseln wir zwischen Leitungs- und Kontaktmomenten. So werden entweder die sozialen Kompetenzen oder die persönlichen Vorlieben entwickelt. Durch den Wechsel entwickeln die Kinder Handlungskompetenzen. Beim Kontakt machen, während des Leitens, bleiben Kinder länger bei der Sache und ihre Konzentrationsfähigkeit wird gefördert. Ohne Kontakt kein Leiten! Das bringt Energie und macht Mut, um dran zu bleiben und es zu schaffen.

Eltern spiegeln uns, dass eine gute positive Atmosphäre in unserer Einrichtung spürbar ist. Sie erhalten die Möglichkeit von uns mit der Methode unterstützt zu werden, während wir sie auch auf ihre Stärken aufmerksam machen. Durch die Reviews (Videosequenzen) bekommen unsere Eltern eine kleinschrittige und individuelle Beratung. Sie werden selbst dafür sensibilisiert, den Entwicklungsprozess ihrer Kinder zu unterstützen. Außerdem schulen sie auch ihren positiven Blick auf ihr Kind, um der Einladung zur Entwicklung folgen und mit den Kindern genießen zu können.


Haben wir Ihr Interesse geweckt? Wenn Sie mehr erfahren möchten, dann kommen Sie gerne mit uns über die Marte Meo Methode ins Gespräch oder informieren Sie sich auch unter folgenden Link/Quellenangaben.

https://www.martemeobylangenhan.de/

https://www.martemeo.com/DE/webshop/martemeoeineeinladungzurentwicklung/

Marte Meo - Handbuch, Maria Aarts, AARTS PRODUCTIONS, Eindhoven Niederlande, 4. Ausgabe, Januar 2016


Unsere Waldwochen

„Wenn man die Natur wahrhaft liebt, so findet man es überall schön.“

- Vincent van Gogh -


In der heutigen Zeit der Konsumgesellschaft und Schnelllebigkeit, geht der Bezug zur Natur und die Aufmerksamkeit auf die eigene Umgebung oft verloren. Man verlernt achtsam durch seine Umgebung zu gehen. Die Woche ist vollgestopft mit Terminen. Blind hetzt man von einem Termin zum Nächsten, ohne den Kopf auch mal nach rechts oder links zu schwenken, sondern immer geradeaus.

Unserer Einrichtung liegt es sehr am Herzen und wir legen großen Wert darauf, unseren kleinsten Bewohnern zu zeigen, in welch‘ wertvoller Welt wir alle leben dürfen, wie wir sie schützen können und was sie alles zu bieten hat. In all ihrer Vielfalt und Schönheit. In unserem Alltag im Kindergarten genießen wir die Selbstverständlichkeit und das Privileg von Wasser aus der Leitung. Einer Toilette, auf der man ohne Hilfe sitzen kann. Spielzeug, welches im Überfluss vorhanden ist. Ist etwas „ausgespielt“, gehen wir einfach in den Keller und tauschen es aus. Zum Essen wird sich ein Teller vom Stapel genommen und am reichhaltigen Buffet gefüllt.

Drei Mal im Jahr verbringen wir Kansteinzwerge unseren Alltag, für ein bzw. zwei Wochen, in dem angrenzenden Wald und improvisieren. Alles wird minimalisiert. Der Wasserkanister wird zum Waschbecken umfunktioniert. Das „Geschäft“ wird alleine oder mit Hilfestellung im Freien verrichtet.

Nach unserem Morgenkreis zwischen den Bäumen, machen wir in gemütlicher Runde ein Frühstückspicknick, aus der hübschen eigenen Brotdose. Welche mit vollem Stolz selbst befüllt und mit großem Genuss verzehrt wird. Und Spielzeug? Da ist doch gar keines?! Und ob!

Gemeinsam sammeln wir Äste, Stöcker und große Stämme und bauen daraus ein großes Haus. Dort „kochen“ wir aus Steinen, Erde und Pflanzen ein exzellentes 3 Gänge Menü. Einen Baum, welchen die Natur so hat wachsen lassen, funktionieren wir zu einer Wippe um. Aus feinsäuberlich geschnitzten Ästen lassen wir ein Windspiel entstehen, oder basteln ein Spinnennetz aus gekreuzten Zweigen und Wolle. Eine kleine Schlucht, „Bärenfalle“ wie wir sie nennen, ist unser großer Abenteuerspielplatz. Auf unserem Weg durch den Wald bestaunen wir wunderschöne wilde Orchideen und wir lernen, wie vor Jahren der Abbau von Steinen auf dem „Kanstein“ praktiziert wurde. Beeindruckende Versteinerungen und verlassene Schneckenhäuser entdecken wir auf unserer Wanderung. Kleinste Lebewesen feuern wir auf ihrer großen Reise an. Ein angehendes Kansteinzwerge-Schulkind hilft dem jüngeren Kind, bei schwierigen Dingen. Ein Spatzenkind lernt ein Kind der Grashüpfergruppe kennen, welche vorher noch nie wirklich in Kontakt standen. Wir lernen uns Kansteinzwerge ganz neu kennen. Ein Ort, vieler unterschiedlicher Begegnungen.

Es ist wundervoll, welche kreativen Spiele und selbstständig entwickelte Ideen in der Natur bei den Kindern entstehen und welche Zufriedenheit bei uns allen. Gemeinsam entschleunigen wir. Da wird auch mal der Mittagsschlaf unter freiem Himmel genossen.

In diesen Waldwochen, welche über das Jahr verteilt sind, erleben und gestallten wir gemeinsam, diese wunderbaren und achtsamen Momente. Unsere „Brille des Alltags“ wird ordentlich geputzt und verleiht uns einen klareren Blick auf unsere Umwelt. Alle Großen und Kleinen nehmen eine Haltung der Dankbarkeit und Wertschätzung ein, wie schön es überall bei uns ist. Alles auf seine eigene Art und Weise. Und die Freude auf die nächste Waldwoche ist enorm – bei allen.